Künstliche Intelligenz: Der Preis ist heiß

Künstliche Intelligenz (KI) ist und bleibt wohl in aller Managermunde. In Zeiten zahlreicher Krisen symbolisiert die neue Technologie mit vermeintlich ungeahnten Möglichkeiten den sprichwörtlichen Silberstreif am unternehmerischen Horizont. Gerade der deutsche Mittelstand mit seinen vielen Innovations-Champions ist prädestiniert dafür, mit ChatGPT & Co. neue Geschäftsmodelle zu „erfinden“, um auch in der Zukunft erfolgreich zu bleiben. Sollte man meinen…

Wie die Lemminge?

Wie sieht die Realität um das Potenzial von KI aus? Was bleibt bei einem kritischen Blick vom Hype wirklich substanziell übrig? Tatsache ist, dass momentan vor allem die großen Tech-Unternehmen aus Übersee am KI-Trend verdienen. Immer neue Tools und immer teurere Lizenzen öffnen mehr und mehr Unternehmen und ihren Mitarbeitern das Tor zur KI. Die Strategie dahinter? Nun ja, zunächst mal lässt sich das Thema (intern) natürlich gut verkaufen. Das Buzzword “KI“ zieht auch in der Vorstands-Präsentation, „das machen jetzt alle“ ersetzt dabei nicht selten das „haben wir doch immer so gemacht“. Im Ergebnis heißt es im unternehmerischen Alltag nur allzu oft: „Wir sind agil, wir sind disruptiv. Wir fangen einfach mal an!“ Dabei wird häufig die Frage, was man als Unternehmen eigentlich tatsächlich mit KI erreichen will und kann, komplett außer Acht gelassen.

Nutzen für alle (?)

Aufwand und Ertrag der Nutzung von KI im unternehmerischen Kontext stehen oftmals in keinem Verhältnis. Denn, was gern vergessen wird: KI ist nicht kostenlos. Im Gegenteil. Der Einsatz von KI kostet nicht nur Geld, sondern auch Ressourcen. Hinzu kommen Auswirkungen für die Gesellschaft durch Umweltbelastungen. Da sind zum einen immense Folgen der CO2-Belastung durch exorbitante Rechnerleistungen. Zum anderen entsteht jede Menge Müll, denn Rechner altern bekanntlich schlecht. Hinzu kommen die sozialen Folgekosten. Was macht ein Unternehmen und was machen wir als Gesellschaft denn mit freigewordenen Personalressourcen? Die Mär von den kreativen Freiräumen, die entstehen, wenn Menschen dank KI von „schnöden“ Arbeitsabläufen befreit werden, ist in der Realität schlicht kaum haltbar. Der Sachbearbeiter kann mit dem entstandenen Zeitkontingent eigenständig meist gar nichts anfangen. Mit Blick auf uns als Gesellschaft, wäre es eine weit gesündere Entwicklung, sich in Sachen KI auf Dinge zu konzentrieren, durch die für möglichst viele Menschen absehbar ein tatsächlicher Nutzen entsteht, also beispielsweise in der Medizintechnik. Und das gleiche Prinzip gilt auch für die Wirtschaft. Wenn man KI in seinem Unternehmen nutzen möchte, muss klar sein, worauf man den Fokus legt, welche Ergebnisse man durch den Einsatz von KI erzielen möchte und wie mit möglichen Folgen des Einsatzes umgegangen werden soll.

Höher, schneller, weiter

So ein bisschen mutet die aktuelle Entwicklung an wie eine missverstandene, digitale Version des olympischen Mottos: „Höher, schneller, weiter“ –buchstäblich oft zu jedem Preis. Am Anfang einer jeden KI-Strategie müssen deshalb immer die Fragen stehen: Was kann ich tatsächlich in meinem Geschäftsmodell mithilfe von KI erreichen, wie sieht der Weg dahin aus und wie eine ehrliche Kosten-Nutzen-Rechnung. Ergebnis dieser Analyse muss dann eine fokussierte und technisch wie unternehmerisch „End-to-End“ gedachte Lösung mit klaren Prozessen sein. Denn ohne starke, klare Prozesse geht es nicht. Keine noch so schlaue KI kann diese ersetzen – vielmehr offenbart und potenziert sie Schwächen. Und: Kommt man zu dem Ergebnis, dass die eigenen Prozesse noch zu schwammig, der Reifegrad der verfügbaren KI-Lösungen zu gering ist, dann kann der Entschluss gegen eine Verwendung von KI auch eine sinnvolle Unternehmensstrategie sein. Gänzlich falsch ist es, aus Angst etwas zu verpassen, um buchstäblich jeden Preis auf den Zug aufzuspringen. Nicht vergessen: Maschinen machen (noch) keine Strategie.

Ehrlicher Begleiter

Wir bei BlueMind_ verstehen uns als ebenso kritische wie konstruktive Begleiter und Enabler einer KI-Strategie. Wir analysieren dezidiert und ehrlich Chancen und Risiken und helfen, die Grundlage(n) dafür zu schaffen, dass KI sinnvoll genutzt werden kann – oder aber auch die Gewissheit darüber zu erlangen, dass ein „Aufspringen zu diesem Zeitpunkt“ lediglich Geld verbrennt! Die Basis dafür steckt in den Menschen der Unternehmen. Mit ihnen gemeinsam arbeiten wir sinnvolle Use Cases heraus, schaffen Evidenz und setzen klar definierte Lösungen innerhalb fester Leitplanken um.